Wie helfen, wenn es anderen schlecht geht? Psychische Gesundheit geht uns alle an – und genau deshalb stand sie einen ganzen Tag lang im Mittelpunkt der EF am KvG. Organisiert von Beratungslehrern, Schulsozialarbeit und Schulseelsorge und auf ausdrücklichen Wunsch der Schülerinnen und Schüler selbst bot der Projekttag die Gelegenheit, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Gesellschaft gerückt ist. Auch in Politik und Bildung gewinnt die Förderung psychischer Gesundheit immer mehr an Bedeutung.
Zum Auftakt ging es um eine Herausforderung, die wohl jeder kennt: Stress. Gemeinsam beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie Stress entsteht, welche Auswirkungen er haben kann und vor allem, welche Strategien dabei helfen, auch in belastenden Situationen gesund mit ihm umzugehen.
Im Anschluss führte der Projekttag in die Räumlichkeiten der Hochschule der Polizei. Dort erhielten die Jugendlichen einen Vortrag einer Psychologin von der schulpsychologischen Beratungsstelle Münster über verschiedene psychische Erkrankungen und Störungsbilder, darunter Depressionen, Magersucht, ADHS und Autismus. Dabei standen vor allem grundlegende Informationen, die möglichen Auswirkungen der jeweiligen Krankheitsbilder sowie ein verständnisvoller und vorurteilsfreier Umgang mit Betroffenen im Mittelpunkt.
Besonders praxisnah wurde es, als die Schülerinnen und Schüler lernten, wie sie ein Gespräch mit einer Person führen können, der es psychisch nicht gut geht. Was sollte man sagen? Worauf sollte man verzichten? Und wie kann man Unterstützung anbieten, ohne sich selbst zu überfordern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Workshops und gaben den Jugendlichen hilfreiche Anregungen für den Umgang mit Familie, Freunden oder Mitschülerinnen und Mitschülern.
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die eigene psychische Gesundheit. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, dass Stimmungsschwankungen zum Leben dazugehören und nicht jede schwierige Phase gleich eine psychische Erkrankung bedeutet. Gleichzeitig lernten die Schülerinnen und Schüler, Warnsignale besser einzuordnen und die Grenzen zwischen normalen Belastungen und ernsthaften Erkrankungen zu verstehen.
Dass die Inhalte des Tages keine leichte Kost waren, war allen Beteiligten bewusst. Deshalb bestand während des gesamten Projekttages die Möglichkeit, sich bei Bedarf in den Meditationsraum zurückzuziehen, wo Herr Orth als Ansprechpartner zur Verfügung stand.
Das Feedback der Schülerinnen und Schüler fiel positiv aus. Viele nahmen aus dem Projekttag mit, psychische Erkrankungen besser zu verstehen und mehr Sicherheit im Umgang mit betroffenen Menschen zu gewinnen. Damit vermittelte der Tag nicht nur wichtiges Wissen, sondern stärkte auch Fähigkeiten, die weit über den Schulalltag hinaus von Bedeutung sind – denn ein offener, informierter und respektvoller Umgang mit psychischer Gesundheit ist eine Kompetenz, die in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird.
