
Im Rahmen ihrer Stufenfahrt nach Rom hat sich am 7. September eine Gruppe von neun Schülern des Abiturjahrgangs 2027 gemeinsam mit Schulseelsorger Stephan Orth zu einem Gespräch im Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen getroffen. Gesprächspartner war Rafael Starnitzky, Sekretär der Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum beim Heiligen Stuhl.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die besondere Bedeutung des Judentums für das Christentum sowie die Frage, warum der jüdisch-christliche Dialog für das christliche Selbstverständnis und die Einheit der Christen von zentraler Bedeutung ist.
Ausführlich diskutiert wurde zudem über Antisemitismus und seine gegenwärtigen Erscheinungsformen. Dabei ging es insbesondere um die notwendige Unterscheidung zwischen dem Judentum und jüdischen Institutionen weltweit einerseits und dem politischen Handeln der israelischen Regierung andererseits. Legitimer Kritik an einzelnen politischen Entscheidungen Israels dürfe nicht dazu führen, Jüdinnen und Juden oder jüdische Gemeinden weltweit für das Handeln der israelischen Regierung verantwortlich zu machen oder mit diesem gleichzusetzen.
Im Anschluss an das Gespräch vertiefte die Gruppe die Themen bei einem Besuch des Jüdischen Museums von Rom sowie der Großen Synagoge. Die jüdische Gemeinde Roms reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück und ist damit älter als die christliche Gemeinde der Stadt. Gerade in Rom wird so besonders anschaulich, wie eng die Geschichte des Christentums mit dem Judentum verbunden ist.
Für die Schüler bot der Tag die besondere Gelegenheit, historische, religiöse und aktuelle politische Fragen miteinander zu verbinden und den jüdisch-christlichen Dialog sowohl im direkten Gespräch mit einem Experten des Heiligen Stuhls als auch an konkreten Orten jüdischen Lebens in Rom zu vertiefen.
